Ersatz-Pilot – mit Legal Tech zu maximaler Fluggastentschädigung

Ersatz-Pilot – mit Legal Tech zu maximaler Fluggastentschädigung

Das Geschäft mit der Fluggastentschädigung – eine kurze Marktanalyse

Flightright und das Inkasso-Modell

Portale für Fluggastentschädigung gibt es eigentlich schon zuhauf. Pionierarbeit leistete Flightright im Jahr 2010 als erstes Inkasso-Portal. Das Geschäftsmodell: Anhand einiger Formularfragen im Web wird ermittelt, ob einem Fluggast Ansprüche zustehen. Wenn ja, kann er Flightright zum Nulltarif beauftragen. Flightright setzt dann die Forderungen des Fluggastes durch und trägt die Verfahrenskosten. Eine Vergütung behält sich Flightright nur im (erwartbaren) Erfolgsfall ein. Zur Auszahlung gegenüber dem Kunden kommt es gleichwohl auch erst, wenn dessen Airline die Fluggastentschädigung freigibt. Geboren war damit die erste wirklich aufwandsschonende Methode, um Fluggastrechte durchzusetzen. Betroffene mussten fortan nicht auf ihre rechtmäßige Fluggastentschädigung verzichten, auch wenn ihnen die eigenständige Auseinandersetzung mit der Airline zu anstrengend war.

Flightrights Dienstleistung wurde im Laufe der Jahre so populär, dass eine ganze Reihe von Trittbrettfahrern den Service kopierten und selbst anboten. Es gründeten sich allein im deutschsprachigen Raum alsbald Refund.me, Fairplane und Flugrecht.de, um nur einige Inkasso-Portale zu nennen, die ähnlich arbeiten wie Flightright.

Die Alternative der Sofort-Entschädiger

Einige aufmerksame Beobachter erkannten ihrerseits die Achillesverse von Flightright: Die Auszahlung braucht Zeit. Anders als Geschäftsführer Kadelbach behauptet dauert es bei Flightright eben nicht bloß 8 Minuten, um von Recht haben zu Recht bekommen zu gelangen. Zwar ist es richtig, dass man das Formular zur Beauftragung von Flightright binnen kurzer Zeit online ausfüllen kann. Die Mandatierung eines Anwalts macht aber selbst bei sorgfältiger Vorprüfung noch keinen Prozesserfolg. Jeder, der einmal in einem Gerichtsverfahren trotz Siegeszuversicht unterlag, wird hiervon zu berichten wissen. Insofern muss man auch zu Flightrights Inkasso-Service ehrlicherweise sagen: Recht bzw. Geld bekommt man nicht nach 8 Minuten, sondern nach etlichen Wochen oder Monaten.

Diese Überlegung machen sich seit einigen Jahren zahlreiche neue Anbieter zunutze: die so genannten Sofortentschädiger. Sie setzen die Forderungen der Fluggäste nicht bloß durch. Stattdessen lassen sie sich deren Ansprüche auf Fluggastentschädigung gegen Direktzahlung abtreten und verfolgen sie für eigene Rechnung. Bisherige Exponenten dieser Gruppe von Fluggastportalen sind vor allem WirkaufendeinenFlug, EUFlight und Compensation2Go.

Man könnte meinen: Damit hat ein betroffener Fluggast doch eine Fülle bereitwilliger Helfer, wenn es darum geht, seine Flugverspätung zu Geld zu machen. Oder nicht?

Der Platz für Ersatz-Pilots Fluggastentschädigung am Markt

Zutreffend ist, dass der Sache nach wie dargestellt bereits die Dienstleistungen angeboten werden, die es braucht, um Verbraucherrechte komfortabel durchzusetzen. Allein, die konkrete Gestaltung der bisherigen Angebote hat einige Schönheitsfehler. Bei Flightright und Co. stört die lange Wartezeit. Nichts anderes erklärt den Erfolg der Sofortentschädiger. Diese haben allerdings selbst noch einen größeren Malus. Denn im Gegenzug dafür, dass sie mit der Auszahlung nicht abwarten, ziehen sie vom Nennwert der gekauften Forderungen allesamt eine bemerkenswerte 35%ige-Servicepauschale zzgl. Mwst. ab. Bei einem Langstreckenflug bleiben einem Fluggast von seiner Fluggastentschädigung i.H.v. de jure 600 € de facto gerade einmal 350 €. Das hat uns dazu veranlasst, einmal nachzurechnen. Braucht es in Zeiten von Legal Technology tatsächlich 250 € Bearbeitungskosten, um simple Standardforderungen automatisiert im Massenverfahren abzuwickeln?

Unsere Antwort: nein. Um genau das unter Beweis zu stellen, hat DiRiSo deshalb mit Ersatz-Pilot einen Konkurrenten zu den bestehenden Fluggastportalen geschaffen. Dort erhalten Fluggäste für den Verkauf ihres Entschädigungsanspruchs wegen eines Langstreckenflugs 450 €. Das sind nicht nur 350 € mehr, als die übrigen Sofortentschädiger zahlen. Auch die klassischen Inkassoportale unterschreiten solche Entschädigungsquoten in der Regel. Auf eine Formel gebracht lautet Ersatz-Pilots Angebot deshalb: So viel Fluggastentschädigung wie bei Flightright, so schnell wie bei EU-Flight.

Insofern dürfte es schon im Eigeninteresse der meisten Fluggäste liegen, sich dies zu Nutzen zu machen. Umgekehrt ist Ersatz-Pilot aber gar nicht auf eine bestimmte Zahl von Kunden angewiesen. DiRiSo hat die Plattform als Nebenprojekt entwickelt, ohne dafür Kredite aufnehmen oder Investoren gewinnen zu müssen. Anders als vermutlich bei der Konkurrenz rechnet sich das Geschäftsmodell also ab dem ersten Fluggast. Begeisterung für Ersatz-Pilot herrscht deshalb bei DiRiSo gleich aus zwei Gründen. Nicht nur hat man ein äußerst wettbewerbsfähiges Produkt am Markt platziert; man verfügt zugleich über unbegrenzten Atem, um das Projekt allmählich wachsen zu lassen.